Krista Sager forderte einen „Abschied von der langen deutschen Denktradition, dass Spitzenleistungen im Schulsystem nur erreicht werden können, wenn wir Abstriche bei der Gerechtigkeit machen". Internationale Untersuchungen zum Beispiel über Finnland oder Kanada hätten längst das Gegenteil belegt: Breite Leistungsstärke und hohe soziale Durchlässigkeit seien dort keine Widersprüche. „Beides zusammen haben bisher nur integrierte Systeme fertig gebracht," sagte Sager aber auch. „Wir müssen deshalb von der inneren Schulreform zur äußern Schulreform kommen," so die ehemalige Bundesfamilienministerin Süssmuth.
Sager kritisierte, dass es im drei- bis viergliedrigen deutschen Schulsystem durch Auslese, Abschulen oder Sitzen bleiben zu viele „Gelenkstellen" gebe, „die mit Entmutigung und Demütigung der Kinder zu tun" habe. „Das kann so nicht funktionieren," sagt die Grünen-Bildungspolitikerin, die in Hamburg-Eimsbüttel als Direktkandidatin zur Bundestagswahl antritt. Die deutsche Schule sei längst kein internationales Vorbild mehr, weder bei der Gerechtigkeit noch bei der Leistung. „Das 4. Schuljahr als Auslesealter" sei „nur noch in deutschsprachigen Ländern vertreten", monierte auch Süssmuth - außer in Deutschland noch in Österreich und Teilen der Schweiz. „Wollen wir´s nicht mal anders versuchen," fragte die CDU-Politikerin und berief sich dabei auf den internationalen Forschungsstand.
Sager und Süssmuth bezeichneten die Hamburger Schulreform mit der Primarschule als „sinnvolle politische Strategie" auf dem Weg zu einer neuen Schule, die künftig „stärker von den Potenzialen der Kinder ausgeht und nicht von deren Defiziten" . Sager: „Das deutsche Schulsystem orientiert sich noch immer an der Klassengesellschaft des 19. Jahrhunderts mit einer kleinen Elite, vielen Handwerkern, und dann braucht man auch noch Hausmädchen - so ist unsere Welt nicht mehr."
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