07.10.2021

Die Bundestagswahl aus Eimsbütteler Perspektive

Annette Hasselmann, Vorstandsmitglied Kreisverband Eimsbüttel

Wir GRÜNE sind bundesweit hinter unseren Erwartungen geblieben – da gibt es nichts zu beschönigen. Doch für Hamburg und insbesondere Eimsbüttel gilt das ganz und gar nicht. Mit knapp 25 % der Zweitstimmen liegen wir in Hamburg ziemlich exakt bei den hohen Werten der Umfragen im Frühjahr dieses Jahres und mit knapp 30 % sowohl der Zweit- als auch Erststimmen haben wir in Eimsbüttel diese Erwartungen noch weit übertroffen. Deshalb haben wir am letzten Freitag im MUT-Theater ausgelassen gefeiert!

Doch mit der Freude verbinden wir auch einen Blick in die Zukunft: Was ist noch drin!? Wie bleiben wir am Ball in den kommenden Jahren? Hierfür möchte ich einen Blick auf die Ergebnisse in den verschiedenen Stadtteilen unseres Bezirks werfen, die sich in vier Kategorien teilen lassen:

In den traditionellen SPD-Hochburgen Schnelsen, Eidelstedt und Stellingen liegen wir zwar hinter der SPD, aber es ist uns gelungen, die CDU als zweitstärkste Kraft zu verdrängen:

Schnelsen:

34,5% SPD, 17,6% GRÜNE (+6,3%)

Eidelstedt:

36,6% SPD, 17,2% GRÜNE (+6,9%)

Stellingen:

30,8% SPD, 25,9% GRÜNE (+10,5%).


In Lokstedt und Niendorf hatte die CDU bei der letzten Bundestagswahl die Nase vorn, wir GRÜNE lagen auf Platz drei. In Lokstedt ist es uns gelungen, zur stärksten Kraft vor der SPD zu werden - wenngleich mit einem hauchdünnen Vorsprung von 28,7% zu 28,3% vor der SPD. In Niendorf haben wir GRÜNE zwar deutlich zugelegt, aber für den ersten Platz hat es noch nicht gereicht. SPD: 32,8%, GRÜNE: 21,9%.


In den traditionellen CDU-Hochburgen Rotherbaum und Harvestehude, in denen die GRÜNEN bislang zweitstärkste Kraft waren, haben wir mit einem satten Vorsprung Platz 1 erobert.

Rotherbaum:

GRÜNE 33%, SPD 19,6%, CDU 15,2%

Harvestehude:

GRÜNE 27,8%, CDU 21,6%, SPD 20,4 %.


In den traditionellen GRÜNEN Stadtteilen Eimsbüttel und Hoheluft-West haben wir mit über 40% der Stimmen (41,5% / 40,6%) unseren Vorsprung sensationell ausgebaut. Hier sind wir die mit weitem Abstand von 16,5% bzw. 18% vor der SPD stärkste Kraft.


Fazit: Trotz toller Ergebnisse und eines deutlich positiven Trends sollten wir noch mehr Menschen, insbesondere in den Stadtrandgebieten, erreichen. Hierfür lohnt ein Blick auf die Zielgruppen in der Hamburger Bevölkerung.

 

In einer Studie im Auftrag der GRÜNEN Bürgerschaftsfraktion haben wir vier GRÜN-affine Zielgruppen identifiziert, die eine gewisse GRÜNE Zuneigung haben, die wir aber (zu) selten zur Wahl der GRÜNEN bewegen können:

  • Menschen mit eher mittlerem Bildungsgrad und Einkommensniveau (i.d.R. nicht akademisch), die oft eine geringe Parteienbindung aufweisen und eher unpolitisch sind
  • Menschen, die zu einer engagierten, jungen Zielgruppe gehören, die häufig noch im Studium sind; für sie zählen beruflicher Erfolg, Leistung und ein (fairer) Besitzstand
  • Menschen, die einer engagierten, älteren Zielgruppe ab ca. 50 J. zugehören, die kurz vor oder bereits in Rente sind; sie schätzen Gemeinschaft und wollen sich auf das Erreichte verlassen können
  • Menschen mit Migrationshintergrund; sie verstehen sich als aktiver Teil der Gesellschaft und wünschen Miteinander und sind vielfach auf der Suche nach einer politischen Heimat.

 

Wir wollen uns in der Arbeit mit den Stadtteilgruppen (gern auch über Eimsbüttel hinaus) mit diesen Zielgruppen befassen und Ideen sowie Konzepte erarbeiten, wie die Ansprache und die Überzeugungsarbeit hier gelingen kann.

Kategorien:Kreisverband
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