
03.09.26 –
Wer in Hamburg mit der Bahn unterwegs ist, kennt das Gefühl: volle Bahnsteige, überlastete Gleise, ein Netz am Rande seiner Kapazität. Dass das Schienennetz dringend ausgebaut werden muss, bestreitet niemand. Umso bemerkenswerter ist eine Aussage des Bundesverkehrsministeriums, die bei gleich mehreren zentralen Schienenprojekten immer wiederkehrt: Bevor gebaut werden kann, warte man noch auf die Studie zum Eisenbahnknoten Hamburg.
Diese Studie soll klären, wie der überlastete Eisenbahnknoten Hamburg künftig am besten organisiert wird. Ein sinnvolles Vorhaben. Das Problem ist nur: Sie ist bis heute nicht einmal in Auftrag gegeben. Und solange sie fehlt, stagnieren Projekte, die für den Nah- und Fernverkehr der ganzen Region entscheidend sind – vom Verbindungsbahnentlastungstunnel, der Hauptbahnhof und Altona verbinden soll, bis zur dringend nötigen dritten Brücke über die Norderelbe mit zwei zusätzlichen Gleisen.
Die Begründung des Bundesverkehrsministeriums? Man warte auf den Zielfahrplan Deutschlandtakt. “Ergebnisse seien voraussichtlich Mitte 2026 zu erwarten”. Der liegt aktuell noch nicht vor.
Jede und jeder in Hamburg weiß: Die Schienen sind überfüllt, es braucht den Ausbau. Die Studie wird als Vorwand genutzt, um das Projekt nicht in Auftrag geben zu müssen. Denn dann muss das Bundesministerium auch nicht das dafür nötige Geld ausgeben.
Aber die Norderelbbrücken müssen bald saniert und verbreitert werden (von vier auf sechs Fernbahngleise).
Wenn sie für solch ein aufwendiges Vorhaben gesperrt werden, würde das den Fernverkehr aus Norddeutschland in Hamburg stauen. Dazu kommt die neue Fehmarnbeltquerung von Dänemark und Skandinavien. All die Züge müssen auch durch Hamburg und über die Norderelbbrücken.
Verkehrsstudie hin oder her, die zusätzlichen Brücken würden entscheidend helfen, ein Verkehrschaos zu verhindern.
Was jetzt zählt, ist Tempo. Die Knotenstudie muss ohne weitere Verzögerung auf den Weg gebracht werden. Und die Norderelbbrücken müssen unabhängig davon erweitert werden.
Eine wachsende Stadt wie Hamburg braucht eine Schieneninfrastruktur, die mitwächst. Hamburg soll weiter mit Europa verbunden bleiben. Ich werde dem Bund in dieser Sache weiter auf den Zahn fühlen.
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