
02.07.26 –
Diese Verhaftung steht zugleich symbolisch für die systematischen Repressalien, denen Angehörige der Bahá’í-Gemeinschaft, wie auch Navid Zarrehbin Irani, im Iran ausgesetzt sind.
Die Bahá’ís stellen mit rund 300.000 Mitgliedern die größte nichtislamische religiöse Minderheit im Iran dar und sind seit Jahrzehnten Opfer struktureller Diskriminierung und staatlicher Repression. Im Gegensatz zum Christentum oder Judentum wird die Bahá’í-Religion in der Verfassung der Islamischen Republik nicht anerkannt und gilt als „abtrünnige Sekte“ sowie als „kriminelle Organisation“.
Nach Angaben der iranischen Behörden soll Irani angeblich einem Bahá’í-Netzwerk angehören, dem „Spionage für feindliche Staaten“ vorgeworfen wird und das für „Sabotageakte“ sowie „Unruhen“ verantwortlich gemacht wird. Besonders verbreitet ist der Vorwurf des iranischen Regimes, Angehörige des Bahá’í-Glaubens würden mit Israel zusammenarbeiten.
Durch die US-amerikanisch-israelischen Militärangriffe und die darauf folgenden landesweiten Proteste hat sich die ohnehin kritische Situation der Bahá’ís weiter verschärft. Auch Navid Zarrehbin Iranis Festnahme erfolgte in einer Phase besonders starker Repressionen gegen Medienschaffende und Minderheiten, während er Proteste und gesellschaftliche Ereignisse dokumentierte.
Irani sowie zahlreichen weiteren Angehörigen des Bahá’í-Glaubens droht nun die Hinrichtung – ohne Anklage und ohne rechtlichen Beistand.
Als politischer Pate setzt sich Michael Gwosdz dafür ein, dass Iranis Schicksal mehr mediale Aufmerksamkeit erhält und der Druck auf das iranische Regime wächst:
„Navid steht beispielhaft für viele Tausend Menschen im Iran, die aufgrund ihres Glaubens, ihrer Überzeugungen oder ihrer Arbeit vom Regime verfolgt werden. Die Betroffenen verdienen unsere volle Solidarität – insbesondere Frauen, Medienschaffende und Angehörige religiöser Minderheiten wie die Bahá’í.“
Um auch weiterhin für demokratische Werte wie Religionsfreiheit und Menschenwürde einzutreten, wird Michael Gwosdz in seiner Rolle als religionspolitischer Sprecher den Kontakt zur Bahá'í-Gemeinde in Hamburg intensivieren und sich gegenüber der iranischen Regierung für die Freilassung Navid Zarrehbin Iranis einsetzen.
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