
01.11.21 –
Ende Oktober hat die Bezirksversammlung Eimsbüttel auf Initiative der GRÜNEN vorgeschlagen, den Platz zwischen der Methfesselstraße und der Lappenbergsallee nach erfolgter Umgestaltung nach Hertha und Simon Parnass zu benennen. Damit soll das jüdisches Ehepaar, das nach dem Umzug aus der Bartelsstraße mit seinen beiden Kindern in der Methfesselstraße 13 lebte – und dort unter nationalsozialistischem Terror gelitten hat – geehrt werden. Es gelang dem Ehepaar damals, die Kinder mit einem der damaligen „Kindertransporte“ aus Deutschland heraus zu bringen, ihre eigenen Bemühungen das Land zu verlassen scheiterten. Nachdem die 11-jährige Peggy und ihr vierjähriger Bruder „Gady“ Anfang 1939 alleine nach Schweden transportiert worden waren, wurden Hertha und Simon Parnass 1942 im Konzentrationslager Treblinka ermordet.[1]
Derzeit wird der vorgeschlagene Platz zwar noch überwiegend als Parkraum für Kfz genutzt, soll im Rahmen der „Superbüttel“-Initiative jedoch zu einem aufenthaltsfreundlichen Begegnungsort umgestaltet werden. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, unweit der letzten Familien-Wohnung von Hertha und Simon Parnass öffentlich und würdig an sie als Eimsbütteler Opfer der Shoa zu erinnern.
Das Bezirksamt wird dem Staatsarchiv einen schriftlichen Benennungsantrag vorlegen und das Benennungsverfahren bei den zuständigen Stellen den Vorgaben entsprechend weiter begleiten. Das Verfahren soll schnellstmöglich durchgeführt werden. Zur Benennung sollen die Kinder des Paares, die heute 94-jährige stadtbekannte Peggy Parnass, die immer noch so oft wie möglich in Eimsbüttel unterwegs ist und den Umbenennungsantrag sehr begrüßt, und ihr Bruder „Gady“ eingeladen werden.
[1] Siehe auch die eindrückliche Beschreibung der Lebensläufe von Peggy Parnass: unter: Susanne Lohmeyer, Stolperstein Hertha Parnass (geborene Emanuel) * 1906, unter: https://www.stolpersteine-hamburg.de/?MAIN_ID=7&BIO_ID=190
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