Kirchenaustritt: Termine online vereinbaren

31.08.23 –

Eine Nachricht aus dem religionspolitischen Ressort der grünen Bürgerschaftsfraktion wird viele Hamburger und Hamburgerinnen, die einen Kirchenaustritt vor sich her schieben, erfreuen: der Austritt aus der Kirche wird in Hamburg einfacher. Der Eimsbüttler Abgeordnete, parlamentarische Geschäftsführer und Sprecher für Flucht und Religion, Michael Gwoszd, berichtet.

Bislang war ein Kirchenaustritt den Standesämtern vorbehalten und damit mit langen Wartezeiten verbunden. Seit dem 1. September ist ein Austritt aus der Kirche eine Dienstleistung des „Hamburg Service“. Termine müssen nicht mehr persönlich oder telefonisch vereinbart werden, sondern sie können ab sofort online unter www.hamburg.de/hamburgservice reserviert werden.

Für den eigentlichen Schritt des Austritts ist ein persönliches Erscheinen an einem „Hamburg Service vor Ort“ nach wie vor nötig. Der Service wird vorerst an vier Standorten angeboten: City (Spitalerstraße), Harburg, Altona und Barmbek-Uhlenhorst. Die Terminvergabe gestaltet sich durch die Digitalisierung verbraucherfreundlicher, zudem werden die Standesämter entlastet.

Eine Vereinfachung des Kirchenaustrittes ist mehr als zeitgemäß, denn die katholische und die evangelische Kirche verlieren seit Jahren Mitglieder. Zugrunde liegen verschiedene Faktoren, wobei die Missbrauchsvorwürfe gegen katholische Geistliche sicherlich zentral sind. Diese Vorwürfe haben das Vertrauen vieler Menschen in die Kirche erschüttert.

Im Jahr 2022 gab es einen signifikanten Anstieg der Kirchenaustritte, die damit einen historischen Höchststand erreichten: mehr als eine halbe Million Menschen traten bundesweit aus der katholischen Kirche aus. Die Erzbistümer Hamburg, Berlin und München-Freising waren Spitzenreiter bei der Austrittswelle 2022, das Erzbistum Hamburg verzeichnete einen Verlust von über 7.500 Mitgliedern oder 4,5 Prozent. Die evangelische Kirche gibt bundesweit einen Mitgliederschwund von 380.000 Mitgliedern an. Die Nordkirche Hamburg erklärt für 2022 46.333 Kirchenaustritte und 35.902 verstorbene Mitglieder.

Die steigende Zahl der Austritte ist Teil eines langfristigen Trends, bei dem viele Menschen aus verschiedenen Gründen aus den Kirchen austreten, einschließlich einer zunehmenden Säkularisierung, einem veränderten Wertesystem und der öffentlichen Wahrnehmung von Skandalen innerhalb der Kirchen. Die Kirchen in Deutschland und auch in Hamburg stehen vor der Herausforderung, auf diese Entwicklungen zu reagieren und Wege zu finden, um das Vertrauen der Mitglieder zurückzugewinnen und relevanter für die heutige Gesellschaft zu werden. Auch politische Entscheidungen – wie zum Beispiel eine Vereinfachung des Kirchenaustritts – müssen diesem Trend Rechnung tragen.

Foto: Michael Zapf

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