
04.06.26 –
Viele Menschen spüren, dass sich etwas verändert hat. Die Welt wirkt unsicherer. Demokratien stehen unter Druck. Viele machen sich Gedanken, ob NATO-Gebiet angegriffen werden könnte. Dabei sind nicht allein militärische Angriffe die realistischste Bedrohungslage. Viel wahrscheinlicher sind Attacken auf kritische Infrastruktur: Stromausfälle, beschädigte Wasserleitungen, Ausfälle digitaler Kommunikation – gezielte Sabotage. Die letzten Jahre haben gezeigt, wie verletzlich moderne Gesellschaften sind. Der Alltag kann schnell ins Wanken geraten.
Und genau deshalb reicht es nicht, wenn allein der Staat Maßnahmen bereithält. Es braucht zwei weitere Ebenen der Widerstandsfähigkeit: vorbereitete Bürgerinnen und Bürger – und starke Netzwerke vor Ort.
Wir GRÜNEN haben bereits 2022 bei den Debatten um das Sondervermögen gefordert, dass Sicherheit nicht nur militärisch gedacht werden darf, sondern auch Zivilschutz und Bevölkerungsschutz dazugehören. Damals wurde seitens der Union noch darüber gelacht. Heute fordert ausgerechnet sie einen besseren Zivilschutz.
In einer echten Krise wird nicht sofort alles funktionieren. Vielleicht fällt das Mobilfunknetz aus. Vielleicht ist der Notruf nicht erreichbar. Vielleicht dauert Hilfe länger als gewohnt. Dann entscheidet nicht nur der Staat über die Widerstandsfähigkeit unseres Landes – sondern auch, ob Menschen vorbereitet sind und einander helfen können. Vorräte anzulegen, ist dabei nur der erste Schritt. Ein Netzwerk ist wichtig: Wer kann in der Nachbarschaft Erste Hilfe leisten? Wer weiß, wer in der Straße besondere Unterstützung benötigt? Wer kann für große Menschengruppen Lebensmittel zubereiten?
Es muss ein Umdenken beginnen. Nicht durch Panikmache, sondern durch nüchterne Vorbereitung. Andere Länder zeigen längst, wie das funktionieren kann.
Schweden informiert seine Bevölkerung offen und unaufgeregt über mögliche Krisenszenarien. Dort gibt es das Konzept der „Totalverteidigung“: Militärische und zivile Sicherheit werden gemeinsam gedacht. Die Bevölkerung wird geschult, Behörden und Unternehmen arbeiten zusammen, sogar der Schutz vor Desinformation gehört dazu. Das Grundprinzip lautet: Niemand steht allein – aber jede*r muss vorbereitet sein.
Deutschland dagegen hat noch Nachholbedarf. Die Zeitenwende muss deshalb auch eine Zeitenwende im Zivil- und Bevölkerungsschutz sein.
Was jetzt gebraucht wird, ist eine breite gesellschaftliche Debatte: Wer übernimmt im Ernstfall welche Aufgaben? Wie stärken wir lokale Strukturen? Wie machen wir Menschen handlungsfähig, statt sie zu verunsichern?
Jede und jeder kann dabei schon heute anfangen: mit einem Erste-Hilfe-Kurs, einer privaten Notfallvorsorge oder Gesprächen mit Familie und Nachbarschaft. Gleichzeitig brauchen Organisationen wie die Freiwillige Feuerwehr, das THW, DRK oder ASB mehr Unterstützung und mehr Menschen, die mitmachen. Nachfolgend sind Links platziert, für alle, die sich jetzt schon genauer informieren wollen.
Freiheit und Sicherheit sind nicht selbstverständlich. Sie brauchen Vorbereitung, Vertrauen und eine Gesellschaft, die füreinander einsteht. Länder wie Schweden zeigen: Offene Vorbereitung auf Krisen zeigt keine Schwäche auf – sondern schafft Stärke.
DRK: http://www.drk-eimsbuettel.de/
THW: https://ov-hamburg-eimsbuettel.thw.de/
ASB: https://www.asb.de/mitmachen/ehrenamt
Freiwillige Feuerwehr: https://www.feuerwehr-hamburg.de/die-freiwillige-feuerwehr/nachwuchs-gesucht/
Bundeswehr: https://www.bundeswehrkarriere.de/freiwilliger-wehrdienst-261
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