
02.07.26 –
Es ist eine Szene, die fast jede Familie kennt: Die Waschmaschine streikt. Nicht der Motor, nicht die Elektronik – nur die Türverriegelung. Der Wäschekorb wächst stündlich, das Kind braucht frische Sachen, und der Anruf beim Kundendienst endet ernüchternd: „Ja, also morgen können wir Ihnen auch eine neue Maschine liefern. Ach so, Reparatur, ja, das Ersatzteil, das kommt dann vielleicht in drei Wochen.” Und die Kosten sind irgendwie astronomisch.
Das Reparieren wurde systematisch unattraktiv gemacht: zu teuer, zu langsam, zu kompliziert. Verklebte Akkus, Spezialschrauben, Softwaresperren, Wucherpreise. Viele Produkte sind heute gebaut wie Einwegartikel mit Stecker.
Jetzt setzt die Bundesregierung eine EU-Richtlinie um. Das neue Recht auf Reparatur ist ein echter Fortschritt. Hersteller bestimmter Produktgruppen – Waschmaschinen, Kühlschränke, Smartphones, Tablets – müssen künftig Reparaturen anbieten, und zwar auch außerhalb der Gewährleistungsfrist. Die Verantwortung wandert dorthin, wo die Geräte entwickelt werden. Und wer sich innerhalb der laufenden Gewährleistung für eine Reparatur entscheidet, bekommt zwölf zusätzliche Monate obendrauf. Das dreht ein absurdes System um: Bisher fuhr bequem, wer einfach austauschte. Wer reparierte, verlor oft die Gewährleistung und trug das Risiko.
Doch dieses Gesetz allein beendet die Wegwerfgesellschaft natürlich nicht. Die Zahlen des Verbraucherzentrale Bundesverbands sind eindeutig: 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher halten Reparaturen für zu teuer, 52 Prozent haben schon einmal aus Kostengründen darauf verzichtet. Ein Marktcheck brachte es auf den Punkt: Der Displaytausch bei einem Handy kostete 107 Prozent – nicht des Displays, sondern des gesamten Telefons. Wer reparieren will, zahlt also mehr als für ein Neugerät. Da entscheidet am Ende nicht das Umweltbewusstsein, sondern der Kontostand.
Wie es besser geht, zeigt Frankreich. Dort wird ein Reparaturbonus direkt an der Kasse von der Rechnung abgezogen – finanziert nicht aus dem Staatshaushalt, sondern über einen Fonds der Hersteller, nach dem Verursacherprinzip. Der Bonus umfasst nicht nur Elektrogeräte, sondern auch Kleidung und Schuhe. Je nach Produkt sind es zwischen 5 und 60 Euro. Spürbar, einfach, machbar – und genauso ginge es auch bei uns.
Die Zukunft gehört nicht der Wegwerfökonomie, sondern einer Wirtschaft, die auf Langlebigkeit, Qualität und Reparierbarkeit setzt. Damit beim nächsten kaputten Türverschluss niemand mehr hören muss: „Eine Reparatur lohnt sich nicht mehr“, sondern: „Wir holen die Maschine morgen ab, übermorgen läuft sie wieder.“
Unsere Neumitglieder und alle Interessierten laden wir an diesem Abend herzlich in die Kreisgeschäftsstelle zu einem Austausch ein.
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Wir laden alle Mitglieder herzlich zur Teilnahme an der Vorstandssitzung ein. Der öffentliche Teil beginnt um ca. 20 Uhr. Wir bitten um vorherige Anmeldung unter kreisverband[at]gruene-eimsbuettel.de
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Mit Till Steffen radelt ihr durch das Niendorfer Gehege und erfahrt, wie der Klimawandel schon jetzt sichtbar ist.
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