GRÜNE Bezirksfraktion fordert Nachhaltigkeitsstrategie für Sportplätze

Um die über 200 Sportplätze (50 Naturrasenplätze, 53 Grandplätze und 102 Kunstrasenplätze) auf dem Gebiet der Freien und Hansestadt Hamburg nachhaltig für die Zukunft aufzustellen, beantragt die Grüne Bezirksfraktion Eimsbüttel eine Bezirksentwicklungsplanung (BEP) zum Thema Sportflächenbeläge.

Kunstrasenplätze, die insbesondere im letzten Jahrzehnt vermehrt angelegt wurden, bieten einerseits in der Nutzungsintensität ungeahnte Vorteile gegenüber herkömmlichen Rasenplätzen, andererseits ist deren Haltbarkeit begrenzt. Die gesamte Oberfläche muss spätestens nach 15 Jahren ausgetauscht und entweder entsorgt oder – wenn möglich – recycelt werden. Bereits seit Längerem haben die Stadt Hamburg und die Bezirke zumindest auf eine Verfüllung mit umweltfreundlichen Alternativen wie beispiels­weise Sand oder Kork anstelle des umweltbelastenden Gummigranulats umgestellt.

Doch wie ist eigentlich der ökologische Fußabdruck eines Kunstrasenplatzes im Verhältnis zu einem Rasen- oder Grandplatz? Um diese Frage zu beantworten, sollen nun verschiedene Aspekte der unterschiedlichen Oberflächen erforscht werden: auf der einen Seite Abrieb der Kunstrasenfasern, Auswaschung durch Regen, Recyclingfähigkeit des Materials und auf der anderen Düngereintrag und Wasserverbrauch. Wie hoch sind die Gesamtkosten, wenn Anschaffungs-, Pflege- und Entsorgungskosten eingerechnet werden und wie wirken sich die unterschiedlichen Beläge durch Erwärmung auf das Mikroklima aus? Langfristig sollen auch die Verletzungshäufigkeit und die Langzeitfolgen für Gelenke, Nutzungswünsche von Sportvereinen sowie Lizensierungsauflagen in den Fokus der Untersuchung rücken. Zudem sind weitere Nutzungsmöglichkeiten durch „Unterkellerung“ denkbar. In einer engen Stadt wie Hamburg ist die Fläche begrenzt, wenn wir die Flächen unter Sportplätzen erschließen, können wir Platz gewinnen und beispielsweise als Serverräume oder Parkplatzfläche vermieten.

Als Ausgangspunkt für eine Betrach­tung der Auswirkungen der verschiedenen Oberflächen und unterschied­liche Aspekte der Ökobilanzierung können bereits vorhandene Studien dienen, um kombiniert mit dem Wissen von Landesbehörden, Bezirksamt, Wissenschaft und Sportvereinen eine gut analysierte Strategie für die Zukunft zu entwickeln.

Link zu den Studien:

Nina Schübel, Sprecherin Haushalt, Kultur und Sport der GRÜNEN Bezirksfraktion Eimsbüttel: Die verschiedenen Beläge der Sportplätze benötigen eine sehr differenzierte Betrachtung der Langzeitfolgen und Kosten. Bereits vorhandene Studien aus der Schweiz und des Bundesinstituts für Sportwissenschaft können uns wichtige Erkenntnisse bringen, die wir nun auf die Hamburger Verhältnisse anwenden können.

Jan Koriath, sportpolitischer Sprecher der GRÜNEN Bezirksfraktion Eimsbüttel: In Hamburg haben wir uns schon sehr früh mit der Frage von Oberflächen bei Sportplätzen beschäftigt. Jetzt wollen wir noch einen weiteren Schritt gehen und uns tiefer im Detail mit der Thematik beschäftigen. Wir wollen uns ganz genau angucken wie viel Mikroplastik in die Umwelt gelangt und wie das reduziert werden kann. Mit Blick auf den Klimawandel müssen wir Hitzeinseln vermeiden, dafür ist es relevant zu wissen wie heiß so ein Platz im Sommer wird. Vielleicht ist auch der Hybridrasen die passende Antwort für die Zukunft. Durch den echten Rasenanteil hat die Fläche im Sommer einen kühlenden Effekt und würde deutlich weniger Müll produzieren. Beim Thema Hybridrasen hoffen wir auf Expertise vom HSV oder dem FC St. Pauli – die sind Experten was Rasenpflege angeht.“



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