Mein erster Haustürwahlkampf - Neumitglied Olaf aus Stellingen berichtet

04.06.24 –

Haustürwahlkampf macht Spaß - das wird jedenfalls immer wieder behauptet. Trotzdem ist diese effiziente Art des Wahlkampfs für viele Neulinge, aber auch für Wahlkämpfer*innen mit Erfahrung eine ganz besondere Herausforderung. Unser Neumitglied Olaf hat sie angenommen. Hier sein Bericht. 

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Nächstes Mal mache ich sicher wieder mit. Was mich selbst überrascht. „Wäre auch Wahlkampf etwas für dich?“, hieß es auf den Neumitgliederabenden in diesem Jahr. Klar, Frühverteiler, Stand aufbauen – jederzeit. Aber Haustürwahlkampf, also viele Treppen hoch, bei fremden Leuten klingeln, Vertreterlächeln aufsetzen und vielleicht eine Abfuhr kassieren oder vor verschlossener Tür unverrichteter Dinge (abgesehen vom Platzieren des sonnenblumigen Türhängers mit Terry drauf) wieder abrücken? Mir schien, für so etwas müsse man etwas dickfelliger sein als ich. Was meinten bloß die Leute in den GRÜNEN Signal-Gruppen mit „Spaß“, und dass sie sich schon „drauf freuen“ würden? Nun, das wollte ich herausfinden, ich war ja auch schon auf dem Kölner Dom, trotz Höhenangst. 

Nach Ostern – und nach einem sehr angenehm empowernden Wahlkampfschulungscamp mit Coach Harald aus der Bundesgeschäftsstelle – ging es los, für mich in Stellingen und im nördlichen Eimsbüttel. Und das heißt ja: in einem Revier, in dem man tendenziell offene Türen einrennt mit der GRÜNEN Wahlbotschaft. Zum Üben und Hemmungen verlieren also ideal. Kein Vergleich zu manchen verrohten, demokratieverachtenden Milieus anderswo, mit faktischen No-go-Areas für GRÜNE (es stand oft genug in der Zeitung in diesem Jahr).

Eine Minimalvariante dieser Haltung haben wir ein einziges Mal erlebt, als ich, kaum dass wir uns im Haus verteilt hatten, an einer Tür klingelte, hinter der, ja, wirklich, das Klischee eines Vierschrötigen stand, der uns sogleich („ich bin der Hausbesitzer“) empfahl, sofort zu verschwinden. 

Das war eine absolute Ausnahme. Weswegen „wir“ (unter anderem im Team mit Emily, unserer Politischen Geschäftsführerin, und mit Juliane, der Spitzenkandidatin für Stellingen) uns ohne Weiteres nach dem meist äußerst unproblematischen Einlass ins Treppenhaus trennen und einzeln die Etagen bearbeiten konnten. Was auch den Vorzug hat, sich nicht gleichsam vom eigenen Echo irritieren zu lassen, wie es der Fall ist, wenn auf einem Flur zwei GRÜNE parallel klingeln und ihren Spruch sagen. Und es wirkt einfach vertrauenerweckender – so lässt sich viel eher ein Lächeln ins Gesicht derer zaubern, die eben noch reservierten Blicks dem Fremden die Tür geöffnet haben. Übrigens gibt es in Stellinger Neubaugebieten überraschend viele – dem Anschein nach – GRÜN-affine junge Menschen, die einem die Flyer sehr gern abnehmen. Dann aber wiederum trifft man, auch überraschend, in Eimsbüttel auf junge Väter, die es rundheraus ablehnen, den Flyer überhaupt nur anzuschauen. 

Nun, man will ja niemandem etwas aufzwingen beim Haustürwahlkampf, wünscht also einen guten Abend und geht weiter. Um an der nächsten Tür mit großem Hallo begrüßt zu werden, etwa von einer Mutter, die zwei so neugierigen wie verständnislosen Kleinkindern erklärt, dass da jemand sich politisch engagiere und dass das enorm wichtig sei. 

Zwischen diesen Polen – „will ich noch nicht mal geschenkt haben“ (selten) und „vielen lieben Dank, euch wähle ich sowieso, viel Glück“ (oft) – bewegt sich das Gros der Reaktionen. Ich bin mir noch nicht sicher, was ich befriedigender finde – hochwillkommen zu sein kann ja auch enttäuschend sein gegenüber dem Erlebnis, bei jemandem einen Impuls gesetzt zu haben, der die Wahl gerade offenkundig gar nicht auf dem Schirm gehabt hat. 

Wobei die Grenzen des Haustürwahlkampfs ja eng gesteckt sind: Es geht um den kurzen Kontakt, auf keinen Fall um die politische Diskussion, ein auf die eigene Seite ziehen gar; es geht letztlich um die Mobilisierung derer, die am wahrscheinlichsten eh GRÜN wählen würden. Dem Vernehmen nach ist genau dieser kurze Kontakt im persönlichen Umfeld ein ganz schön wirksames Instrument, um die Wahlbeteiligung zu steigern. So oder so: Es macht tatsächlich Spaß, jedenfalls in meinem Kiez, den ich auf diese Weise noch mal ganz anders kennengelernt habe.

Olaf aus Stellingen, GRÜNEN-Mitglied seit Februar 2024

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