BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Eimsbüttel

Nachruf für einen verlorenen Freund – Zum Tod von Roland  Seidlitz - von Gabriela Küll

30.04.24 – von Gabriela Küll –

„Roland Seidlitz ist gestorben“ – wann, wie, wo? Ich wüsste es gerne, hätte
gern mit jemand gesprochen, der mir Näheres zu den letzten Wochen und 
Tagen von Roland hätte erzählen können. Ich habe niemanden gefunden. 
Das ist nach den vielen Jahren gemeinsamer politischer Arbeit und darüber
hinaus gehender Freundschaft eine traurige Bilanz. Zeigt es doch, dass 
ich, dass wir Roland schon lange vor seinem Tod als Weggefährten 
verloren haben.


Roland Seidlitz gehörte viele Jahre unserer Partei an. Gegen Ende der 
1990er Jahre ist er eingetreten. Als ich 2001 zu den GRÜNEN kam, war er 
bereits aktiv. In der Arbeit im Kreisvorstand lernten Roland und ich uns 
besser kennen. Wir hatten einen ähnlichen politischen Werdegang von den
Anfängen in den sogenannten K-Gruppen über Gewerkschaftsarbeit bis hin
zu den GRÜNEN. Ein Weg von den linken Dogmen hin zu einer praktischen 
Politik, die aber immer gebunden blieb an die Vorstellungen von sozialer 
Gerechtigkeit, persönlicher Freiheit und demokratischen 
Gesellschaftsstrukturen.


Ab 2006 arbeiteten Roland und ich dann in der Eimsbütteler 
GRÜNEN-Fraktion zusammen. Neben der Arbeit in den Ausschüssen, vor allem im Stadtplanungsausschuss, war Roland von 2008 bis 2011 stellvertretender Fraktionsvorsitzender, von 2011 bis 2013 Fraktionsvorsitzender. Rolands Fraktionsarbeit zeichnete sich aus durch hohe Fachkompetenz, Besonnenheit in Auseinandersetzungen, Kollegialität innerhalb der Fraktion und im Umgang mit unserem damaligen Koalitionspartner und dem Wunsch nach guten Lösungen für den Bezirk Eimsbüttel.


Die vorzeitige Abwahl aus dem Amt des Fraktionsvorsitzenden erlebte 
Roland als persönliche und politische Krise. Er verließ die Partei und 
gehörte der Bezirksversammlung noch eine Zeit lang als fraktionsloser 
Abgeordneter an. Wir blieben trotzdem Freunde, trafen uns weiterhin und diskutierten die politisch wichtigen Fragen. Roland und sein kleiner Hund gehörten zu meinem Leben in Eimsbüttel.


Leider wurde Roland dann sehr krank. Wir trafen uns immer weniger, die 
Gespräche wurden schwieriger, bis sie zuletzt ganz aufhörten. Die vehemente Abkehr von einem rechtslastigen Elternhaus war für 
Roland immer der Motor für sein politisches Engagement gewesen. Umso 
trauriger stimmt es mich, dass er am Ende seines Lebens diesen Motor 
offensichtlich verloren hat.
Ich trauere sehr um diesen verlorenen Weggefährten und Freund.

Text: Gabriela Küll

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