25.02.21 –
Schon 2017 hatte das schottische Parlament sich entschlossen, ein Pilotprojekt zum Thema Periodenarmut zu ermöglichen. Dieses Projekt fand in Aberdeen statt – einer Stadt im Nordosten Schottlands mit ca. 230.000 Ortsansässigen – etwa so groß wie der Bezirk Eimsbüttel. Das Pilotprojekt war so erfolgreich, dass es auf ganz Schottland ausgeweitet wurde.
Am Donnerstag hat die Bezirksversammlung Eimsbüttel ebenfalls über dieses Thema diskutiert und einen Antrag der GRÜNEN beschlossen.
Die Auswertung dieses schottlandweiten Projekts war positiv und im September ist ein Gesetz verabschiedet worden, dass die schottische Regierung verpflichtet, ein System für das Land zu entwickeln, das ermöglicht, Periodenprodukte umsonst zur Verfügung zu stellen. Dieses System ist noch nicht vorgestellt worden und wird mit Spannung erwartet.
Ziel des Pilotprojekts in Aberdeen war es, über 1.000 menstruierende Menschen zu erreichen. Dafür stand ein Budget von £ 42.000 (rund € 46.000) zur Verfügung. Tatsächlich sind knapp über 1.000 Personen erreicht worden. Dabei beliefen sich die Kosten für die Periodenprodukte auf £ 10.000 (rund € 11.000) des Budgets. Der Rest, d.h. über drei Viertel des Budgets, wurde für Personal und Administrationskosten ausgegeben.
Die Tabuisierung der Menstruation findet immer noch statt und ist auch von der Regierung Schottlands behandelt worden.
Die Tabuisierung dieses Themas schadet der Gesellschaft – menstruierende Menschen sind eine Minderheitsgruppe – nur 26 Prozent der Bevölkerung, ob Mädchen, Frau oder Transmann menstruiert. Eine Minderheitsgruppe, die unter Armut leidet und mit einem Tabu umgehen muss, hat es nicht einfach.
Periodenarmut besteht nicht darin, dass man gerade kein Tampon bei sich hat und schnell ins Café geht, um zu sehen, ob dort welche zur Verfügung stehen. Periodenarmut bedeutet Lumpen statt Binden, Klopapier statt Tampons, Zuhause zu bleiben, statt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Periodenarmut bedeutet beim Billigsten zu bleiben, egal ob es passt, funktioniert oder auch nicht, weil es nicht zu rechtfertigen ist, teurere Produkte zu kaufen. Das alles bedeutet nicht nur fehlende Teilhabe, sondern kann auch gesundheitliche Folgen haben und in seltenen Fällen sogar zu einem tödlichen toxischen Schocksyndrom führen.
Besonders nachhaltige Produkte, ökologische Produkte bzw. wiederverwendbare Produkte, sind oft zu teuer für Menschen, die die schreckliche Algebra der Notwendigkeit rechnen müssen.
Periodenunterwäsche, Menstruationstassen und Stoffbinden können nicht nur bestimmte Menstruationsprobleme lösen, sondern verursachen weniger Abfall und werden den Zugang zu Periodenprodukten für Menschen in Armut sichern, längst nachdem das Pilotprojekt abgeschlossen ist.
In der Bezirksversammlung Eimsbüttel wurde am 25.2.2021 ein Antrag der GRÜNEN beschlossen, mit dem ein 6-monatiges Pilotprojekt zur Periodenarmut initiiert wird. Es orientiert sich an dem schottischen Projekt und soll wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden. Weitere Infos zum Antrag:
Politische Debatten folgen einfachen Parolen: Der Sozialstaat ist zu teuer, die Löhne sind zu hoch, der Staat muss sparen. Der Keynesianismus bietet eine andere Sicht auf die Wirtschaft – und zeigt, warum Kürzungen keinen Wohlstand schaffen. Staatliche Investitionen, steigende Löhne und ein starker Sozialstaat sind nicht nur sozial, sondern auch ökonomisch sinnvoll.
Mehr
Liebe Freundinnen und Freunde,
zu unserem nächsten Treffen der Stadtteilgruppe Eidelstedt / Stellingen laden wir euch herzlich ein!
Wir freuen uns, einen Gast vom Clubkombinat Hamburg e. V. begrüßen zu dürfen. Gemeinsam möchten wir über die geplante Open-Air-Fläche an der S-Bahn-Station Stellingen sprechen. Dabei wird es Raum für eure Fragen, Ideen und eine interessante Gesprächsrunde geben.
Mehr
Bei Wahlen sowieso, und seit Mai auch in unserem Chor GRÜNkehlchen! Entstanden aus einem Impuls bei der Ideenwerkstatt 2025, ist daraus eine echte Herzenssache geworden: ein Chor, der Menschen aus Eimsbüttel über Themen und Generationen hinweg zusammenbringt.
Mehr
Politische Debatten folgen einfachen Parolen: Der Sozialstaat ist zu teuer, die Löhne sind zu hoch, der Staat muss sparen. Der Keynesianismus bietet eine andere Sicht auf die Wirtschaft – und zeigt, warum Kürzungen keinen Wohlstand schaffen. Staatliche Investitionen, steigende Löhne und ein starker Sozialstaat sind nicht nur sozial, sondern auch ökonomisch sinnvoll.
Mehr
Liebe Freundinnen und Freunde,
zu unserem nächsten Treffen der Stadtteilgruppe Eidelstedt / Stellingen laden wir euch herzlich ein!
Wir freuen uns, einen Gast vom Clubkombinat Hamburg e. V. begrüßen zu dürfen. Gemeinsam möchten wir über die geplante Open-Air-Fläche an der S-Bahn-Station Stellingen sprechen. Dabei wird es Raum für eure Fragen, Ideen und eine interessante Gesprächsrunde geben.
Mehr
Bei Wahlen sowieso, und seit Mai auch in unserem Chor GRÜNkehlchen! Entstanden aus einem Impuls bei der Ideenwerkstatt 2025, ist daraus eine echte Herzenssache geworden: ein Chor, der Menschen aus Eimsbüttel über Themen und Generationen hinweg zusammenbringt.
Mehr