Runder Tisch / Kinderrat

25.06.21

Es braucht ganz dringend schöne Erlebnisse mit und in guten Beziehungen“ – So oder ähnlich kann man das Ergebnis des Runden Tisches / Kinderrats zusammenfassen, der am 16.06.2021 vom Jugendamt Eimsbüttel als Videokonferenz durchgeführt wurde.
Im Februar 2021 hatte der Jugendhilfeausschuss auf Betreiben der Grünen Fraktion den einstimmigen Beschluss zu diesem Runden Tisch gefasst. Ausgehend von der Erkenntnis, wie sehr Kinder und Jugendliche unter den durch die Corona-Pandemie notwendig gewordenen Einschränkungen in ihrem Alltag leiden, sollte zusammen mit allen Betroffenen nach Lösungen gesucht werden, um Kinder und Jugendliche während und nach der Pandemie besser zu unterstützen.


Neben dem Problem, dass es auch nach über einem Jahr nach Ausbruch der Pandemie noch immer keine flächendeckenden Konzepte für die pandemiebedingt oftmals digital unterstützte Beschulung aller Kinder und Jugendlichen gibt, die faire Bildungschancen garantieren können, führten insbesondere die Kontaktbeschränkungen bei Kindern und Jugendlichen zu Entwicklungsproblemen. Zumal wenn sie noch verbunden sind mit Stress und Konflikten in der Familie, weil Eltern den Anforderungen von Homeoffice und Homeschooling nicht gewachsen sind. Schon jetzt machen sich bei vielen Kindern Entwicklungsstörungen deutlich bemerkbar. Der sprunghafte Anstieg der Anfragen bei Erziehungsberatungsstellen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendpsychiater*innen spricht hier eine deutliche Sprache. Diese Entwicklungsstörungen werden sich in den nächsten Monaten und Jahren zu größeren Problemen auswachsen, wenn nicht rechtzeitig und qualifiziert Abhilfe geschaffen wird.


Und genau um diese Abhilfe sollte es beim Runden Tisch / Kinderrat gehen: Was brauchen die Kinder und Jugendlichen jetzt, damit ihre ins Stocken geratene Entwicklung wieder in Gang kommen kann? Expert*innen aus vielen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit sollten zusammen mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen eine Bestandsaufnahme machen und nach Lösungen suchen. Die Jugendlichen, die an der Videokonferenz teilnehmen sollten, blieben bei dem schönen Wetter allerdings lieber endlich mal ohne Maske mit ihren Freunden draußen. Der Jugendclubmitarbeiter musste so allein für seine Schützlinge sprechen. Wobei die Entscheidung für draußen sein ohne Maske, wohl sehr deutlich zeigt, was Jugendliche jetzt brauchen: Ein ungezwungenes Zusammensein mit ihren Freunden ohne Maske und Abstand, Sport, Spiel, Spaß – Freiheit empfinden.


Ein Mädchen aus der 3. Klasse schilderte innerhalb der Konferenz sehr eindringlich, wie sie das letzte Jahr erlebt hat: „Anfangs war das Homeschooling noch lustig, dann wurde es zunehmend schwierig und langweilig, am Ende war es nur noch doof“. Sie berichtete davon, wie sehr sie ihre Freundinnen vermisst hat, wobei sie noch in der glücklichen Lage war, im eigenen Garten spielen zu können. Für viele ihrer Klassenkameradinnen, so sagte sie, sei die Situation viel schwieriger gewesen, weil die in kleinen Wohnungen weder gut lernen noch gut spielen konnten. Erschwerend sei noch die dauernde Angst vor der Krankheit hinzugekommen. „Wir brauchen eine Perspektive, die uns ermöglicht, uns unsere Zukunft wieder vorstellen zu können. Dazu brauchen wir schöne Erlebnisse mit unseren Familien und unseren Freunden. Bitte helft uns dabei“.
Das zu tun versprachen alle anwesenden Expert*innen. Nicht zuletzt mit der Fortsetzung dieses Runden Tisches / Kinderrates.

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