Das 1.000 Mitglied in Eimsbüttel - Interview mit Gabi Schlenger

28.03.24 –

Im März knackten wir Grünen in Eimsbüttel die magische Zahl – Gabi Schlenger ist das 1.000 Mitglied in unserem Kreisverband. Tendenz weiter steigend! Wir freuen uns über diesen Zuspruch, nehmen ihn als Lob und vor allem als Ansporn, uns weiter für ein grüneres Eimsbüttel ins Zeug zu legen. Unsere Kreisvorsitzende Gaby Albers hat Gabi Schlenger persönlich gratuliert und die Gelegenheit genutzt, mehr über sie und ihre Gründe für den Parteieintritt zu erfahren. 

Gaby Albers (GA): Herzlich willkommen, liebe Gabi. Wir freuen uns sehr, Dich als unser 1.000 Mitglied zu begrüßen. Erzähl uns etwas über Dich - wer bist Du und was machst Du beruflich?

Gabi Schlenger (GS): Ich wurde 1959 in Paderborn geboren. Nach meinem Hauptschulabschluss und einer Ausbildung habe ich in Paderborn auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachgeholt und die Hochschulreife 1982 erreicht. Danach habe ich zunächst Germanistik, Pädagogik und Philosophie studiert und 1987 dieses Studium zugunsten des Studiums der Rechtswissenschaften aufgegeben. Im Januar 1993 habe ich in Frankfurt dann das 1. juristische Staatsexamen absolviert und im September 1995 in Hamburg das 2. Staatsexamen erreicht. Seitdem bin ich selbstständig als Rechtsanwältin tätig und seit 1999 Fachanwältin für Strafrecht.

Neben meiner Tätigkeit als Verteidigerin war ich über 20 Jahre lang auch als Berufsbetreuerin im Einsatz und bin seit 2006 bis heute noch als Verfahrenspflegerin zur Wahrnehmung der Rechte der Betroffenen in Betreuungs- und Unterbringungsverfahren tätig. Und dann bin ich noch stolze Mutter eines 44-jährigen Sohnes und ebenso stolze Großmutter zweier entzückender Enkeltöchter.

GA: Was hat Dich dazu motiviert, jetzt bei den Grünen einzutreten?

GS: Ich habe bereits die gesamte Entwicklung der Grünen seit 1979 mitverfolgt und bin seit jeher sozusagen „Anhängerin“. Durch die extrem rechten Tendenzen, den zum Teil unbegründeten und unerträglichen Unmut in unserer Gesellschaft und die Ausgrenzungen, die immer häufiger geäußert und erfahren werden, habe ich mich eines Ausspruchs Kants besonnen: „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ Ich möchte mitwirken, dass wir uns unsere Freiheit, den Frieden, unsere demokratischen Grundwerte, unsere Autonomie - die auch älteren Menschen enorm wichtig ist -, eben insgesamt unsere Menschenrechte bewahren. Und dafür möchte ich mich auch selbst einbringen.

GA: Siehst Du schon Anknüpfungspunkte, wo Du Dich engagieren möchtest? 

GS: Ich möchte mich dort engagieren, wo es erforderlich ist, z. B. auch im kommenden Wahlkampf. Ich habe keine Berührungsängste, auch dann nicht, wenn sie konfrontativ sind. Obwohl ich noch neu in der Partei bin, habe ich bereits an einem Treffen der GenerationPlus teilgenommen. Denn das Thema Senioren(politik) liegt mir besonders am Herzen. Aber auch Themen wie häusliche Gewalt, der Hamburger Strafvollzug, der Opferschutz sowie sämtliche Themen rund um psychisch behinderte Menschen (z. B. die Schaffung von qualifizierten Einrichtungen der Eingliederungshilfe). Die Arbeitsgemeinschaft Soziales interessiert mich, hier wäre ich mit meinen Herzensthemen wohl gut aufgehoben.

GA: Hast Du auch konkrete Wünsche an die Grünen in Eimsbüttel?

GS: Für mich ist Eimsbüttel liebens- und lebenswert - so soll es bleiben! Allerdings ist der Wohnraum nicht mehr bezahlbar, das muss sich dringend ändern. Für uns alle ist es sicherlich wünschenswert, den öffentlichen Nahverkehr weiter auszubauen. Es gibt im öffentlichen Raum (aber nicht nur dort) immer noch zu viele Barrieren, die überwunden werden müssen. Und zur Förderung einer sozialen Infrastruktur ist die Schaffung von Stadtteilzentren sehr wichtig. Das hilft dann auch einer sozialen Isolation vorzubeugen bzw. dieser zu begegnen. Das sind aber auch bereits alles Ziele der Grünen.

GA: Was sind Deine Wünsche hinsichtlich der Bundespolitik? 

GS: Ich kann mir vorstellen, dass die Arbeit in der Bundesregierung und Fraktion nicht leicht ist, aber sie würde sicherlich in anderen Konstellationen deutlich schwieriger werden. Ich wünsche mir, dass die Grünen sich weiterhin genauso unermüdlich für die aus dem Wahlkampfprogramm für die Bundestagswahl 2021 ersichtlichen Ziele einsetzen. Nämlich insbesondere für mehr sozial-ökologische Transformation und soziale Gerechtigkeit, für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft auch in Europa, für die soziale Sicherheit und den Klimaschutz. Ansonsten kann ich nur Danke sagen! 

GA: Und noch eine letzte Frage: Welche*r Politiker*in hat Dich geprägt und wer beeindruckt Dich heutzutage?

GS: Früher hat mich insbesondere Hans-Christian Ströbele beeindruckt. Als Rechtsanwalt/Verteidiger hatte er seine Mandant*innen nicht nur im Strafprozess im Blick, sondern weit darüber hinaus hat er sich für die Menschen engagiert. Vielleicht mag er in der Politik der Grünen hin und wieder etwas unbequem gewirkt haben, er hat sich aber das Recht genommen auch Nein sagen zu können, wenn es für ihn ein Nein war und ist offenbar immer seinem Gewissen gefolgt. Heute beeindruckt mich Robert Habeck. Er spricht in einer unmissverständlichen Sprache. Auch wenn es mal kritisch wird, behält er die gesteckten Ziele im Blick und kann sie zum Ausdruck bringen.

GA: Dann sag ich vielen Dank für diese spannenden Einblicke und schön, dass Du zu uns gestoßen bist, Gabi! 

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