
04.05.24 –
Zur Bezirksversammlungswahl am 9. Juni treten wir gleich mit zwei Spitzenkandidat*innen an. Zum Kennenlernen haben wir beiden ein paar Fragen zur Politik gestellt. Hier Alis Antworten.
Gibt es ein Schlüsselerlebnis, das dich zur Politik gebracht hat? Welches?
Ich habe mein Abitur bei Kurt Edler gemacht. Er war eines unserer Gründungsmitglieder im Landesverband Hamburg und hat die Partei über viele viele Jahre geprägt. Er konnte uns für die Politik begeistern - ohne dabei zu missionieren. Das hat mich seinerzeit bereits überzeugt. Später in der Verwaltung der Universität arbeitete ich mit und für Karsten Hinrichsen - eine prägende Figur der Anti-Atom-Bewegung. Beide führten mich zu den GRÜNEN. Meine Erfahrungen mit Revolution, Krieg, dem islamischen Gottesstaat, meiner Flucht und Erfahrungen mit Rassismus und Ausgrenzung hatten mich zu einem durch und durch politischen Menschen gemacht. Nach einer zeitweiligen Entfremdung mit der Partei während des Kosovo-Konflikts trat ich dann 2013 dem KV-Eimsbüttel bei.
Welches Herzensthema bewegt/motiviert/treibt dich in deiner politischen Arbeit?
So unvorstellbar es klingt: Das unbeschreibliche Gefühl von Freiheit. Wenn man weiß, dass man selbst und vor allem die Liebsten nicht mehr der Willkür von Staat, von Fanatikern unterworfen sind - für mich war es zu spüren schon hier in Deutschland am Flughafen. Dieses Gefühl, die vielfältige und liberale Demokratie zu verteidigen. Auch vor Ort runtergebrochen: Für Stadtteilfeste stehen. Geflüchtete oder Obdachlosenunterkünfte zu verteidigen. Aber auch die Zukunft meiner Kinder durch den Klimaschutz zu sichern.
Welches war dein größtes Erfolgserlebnis in der politischen Arbeit für unseren Bezirk?
Es sind eher viele Erlebnisse: Jeder kleine Baustein der Mobilitätswende, wenn ich durch den Bezirk laufe, die Schaffung von Wohnplätzen für Frauen und Kinder aus den Frauenhäusern, die massive Aufstockung der Quartiersfonds für die Bezirke, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum am Hörgensweg oder anderswo im Bezirk, über einige Jahre im Jugendhilfe-Ausschuss dazu beigetragen zu haben, dass keine Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit wegen Kürzungen geschlossen werden mussten. Und Tag für Tag glaube ich, eher für eine politische Handschrift im Bezirk zu stehen, die vermittelt und Brücken baut. Aus Prinzip.
Sicherlich gibt es auch lustige Erlebnisse in der Bezirkspolitik. Magst Du eine Anekdote mit uns teilen?
Viele Situationen der Bezirkspolitik scheinen einem wie Realsatire. Es gibt nicht mal ansatzweise eine Chance, dies bestreiten zu können. Es gibt jedoch auch viele kleine humorvolle Begebenheiten.
Beispiel: Als relativ am Anfang der Legislatur in der ersten Sitzung der Bezirksversammlung nach dem ersten GRÜN-Schwarzen Koalitionsvertrag die Abgeordneten, Verwaltung und Zuschauer in den Saal kamen, sah ich den Fraktionsvorsitzenden der CDU, Rüdiger Kuhn, mit aufgesetztem ernstem Gesicht auf mich zukommen. Er sagte: „Ali wir haben eine erste Koalitionskrise.“ „Wie?“, fragte ich. Er, ein bekennender Pauli-Dauerkarteninhaber zu mir: „Da sitzt doch glatt einer bei euch im HSV-Trikot.“ Ich schaute mich um und entdeckte Mikey Kleinert. Lächelte und sagte: „ Ach was. Der ist von den Linken.“
Rüdiger konsterniert: „Was? OK - dann ist ja alles gut.“ Und ging.
In der Politik sind manchmal auch Dinge so, wie man sie nicht erwartet. Tatsächlich sind Teile der CDU-Fraktion Pauli-Fans und Mikey (Fraktionsvorsitzender der Linken) und ich leidende Anhänger des HSV.
Interview: Claudia Dreyer
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Obdachlosigkeit bis 2030 überwinden – dieses Ziel braucht mehr als gute Vorsätze. Was es jetzt braucht und welche Rolle Housing First dabei spielt, diskutiert Kathrin Warnecke mit euch.
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Die AG Demokratische Praxis lädt ein: Am 11.09. treffen wir uns in der Kreisgeschäftsstelle, um gemeinsam Plakate für die PRÜF-Demo am 12.09. zu gestalten.
Die PRÜF-Demos sind bundesweite Demonstrationen mit einem klaren Ziel: Alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden, sollen vom Bundesverfassungsgericht überprüft werden. Die AG Demokratische Praxis unterstützt diese Demos und lädt jeweils am Vorabend zur gemeinsamen Mal-Aktion in den Kreisverband ein.
Wir entwickeln zusammen Motive und Slogans, tauschen Ideen aus und malen Plakate, die unsere Haltung sichtbar machen. Und nebenbei haben wir einfach Spaß zusammen – so setzen wir aus Eimsbüttel heraus ein sichtbares Zeichen für eine starke Demokratie.
Bringt gerne mit, was ihr zu Hause habt: Besenstiele, Pappe, Farben, Pinsel, Stifte oder anderes Deko-Material. Den Rest organisieren wir gemeinsam, für ein Getränk ist gesorgt.
Wir freuen uns auf euch!
Wann & Wo: 11.9. / 9.10. / 3.11. / 11.12., jeweils 18 Uhr in der Kreisgeschäftsstelle, Methfesselstraße 38
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Die Stadtteilgruppe Eimsbüttel Kerngebiet trifft sich zum monatlichen Austausch – diesmal in Kemp's Pub, Mittelweg 27.
Ihr wohnt in Eimsbüttel, Hoheluft-West, Harvestehude oder Rotherbaum und wollt wissen, was im Viertel passiert – oder selbst was bewegen? Dann kommt einfach vorbei. Kein Vorwissen nötig, keine Verpflichtung. Zuhören, mitreden, Ideen einbringen – das reicht.
Wir sprechen über das, was den Stadtteil bewegt, sammeln Impulse und entwickeln gemeinsam Projekte für ein offenes, vielfältiges Eimsbüttel. Je mehr mitmachen, desto lebendiger wird unser Viertel.
📅 Mittwoch, 14. September, ab 19 Uhr
📍 Kemp's Pub, Mittelweg 27
Fragen oder Ideen vorab? Meldet euch bei unseren Stadtteilgruppensprecher*innen Karlheinz und Kathrin.
Dein Stadtteil. Deine Stimme. Deine Ideen. Wir freuen uns auf dich!
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