Einweihung des Parnass-Platzes im Eimsbüttel - Ein Beitrag von Falk Schmidt-Tobler

02.11.23 –

Am Samstag, den 28. Oktober hat die Bezirksversammlung Eimsbüttel den Parnass-Platz zwischen Methfesselstraße und Lappenbergsallee unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit eingeweiht. Der GRÜNE Abgeordnete und Vorsitzende der Bezirksversammlung, Falk Schmidt-Tobler berichtet.

Ich hätte mir nicht träumen lassen, wie viele Menschen zu diesem Ereignis kommen. Viele Freund*innen, Wegbegleiter*innen und sogar der Sohn von Peggy Parnass waren gekommen. Etliche von ihnen brachten Blumen für Peggy mit, Peggy signierte Bücher und stand für unzählige Fotos zur Verfügung. 

Vor etwas über zwei Jahren hatte sich die Bezirksversammlung auf den Weg gemacht und einen Antrag beschlossen, der die Schulwegsicherheit und die Aufenthaltsqualität in der Rellinger Straße und der Lappenbergsallee erhöhen sollte, angelehnt an die Ideen der Initiative Superbüttel. Teil dieses Antrages war es, den Platz zu einem schönen Stadtplatz zu transformieren. Auch am Samstag war die Initiative Kurs Fahrradstadt vor Ort und informierte über ihre Pläne. 

Uns GRÜNEN war es zusammen mit unserem damaligen Koalitionspartner CDU von Anfang an wichtig, einen so zentralen Platz würdig zu benennen. Die Benennung sollte historische Bedeutung haben, sie sollte die Geschichte Eimsbüttels erzählen. Vor ziemlich genau zwei Jahren beschlossen wir, diesen Platz nach Hertha und Simon Parnass zu benennen. Damit haben wir einen Namen gewählt, der eng mit Eimsbüttel verbunden ist. Denn Eimsbüttel und jüdisches Leben gehören zusammen. 

 

Der Name Parnass steht seit Jahrzehnten in Deutschland für das Einstehen für Gerechtigkeit und die Rechte von Unterdrückten. Peggy Parnass machte sich nicht nur einen Namen als Schauspielerin, Übersetzerin und Gerichtsreporterin, sondern besonders auch für ihre Solidarität und ihren Respekt gegenüber Verfolgten. Als Gerichtsreporterin gelang es ihr mit Wärme und viel Menschlichkeit, das Schicksal der Opfer, aber teilweise auch der Täter darzustellen. Seit jeher setzt sie sich für Menschen ein, die aus verschiedensten Gründen Diskriminierung erfahren. Selbst Opfer von Verfolgung und dem unfassbaren Leid der Shoa, wurde sie zu einer Ikone von Minderheiten und Minderheitenrechten. Mit der Benennung dieses Platzes nach ihren Eltern danken wir auch ihr für ihren Einsatz.

Es war uns gelungen, für diesen Tag ein buntes Programm zu organisieren. Der Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt des Bezirksamts Eimsbüttel, Johannes Gerdelmann, berichtete uns über die zukünftige Platzgestaltung. Es war der Verwaltung und mir darüber hinaus gelungen, Susanne Kondoch-Klockow, die Vorsitzende des Auschwitz Komitees und stellvertretende Vorsitzende der Geschichtswerkstatt und Frau Rosa vom VVN BdA  (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) zu gewinnen, die uns Passagen aus dem Buch „Stolpersteine in Hamburg-Eimsbüttel und Hamburg-Hoheluft-West“ von Susanne Lohmeyer und im Anschluss aus dem Buch „Kindheit“ von Peggy Parnass darboten. 

Kultursenator Carsten Brosda hatte zuvor ein Grußwort eingesprochen, das wir einspielen konnten. Ich selbst durfte eine Rede anlässlich der Einweihung halten und durch den Vormittag führen.

Die Verwaltung hatte im Vorfeld dieser Veranstaltung wirklich großartige Arbeit geleistet. In den letzten Wochen durfte ich gemeinsam mit der Verwaltung intensiv an der Gestaltung dieses Tages arbeiten. Unsere größte Hoffnung war dabei, dass Peggy, inzwischen hoch betagt, den Tag auch würde genießen können. Diese Hoffnung erfüllte sich. Peggy war bester Laune und zeigte großes Interesse und große Rührung, diesen Moment erleben zu dürfen.

Um mit den Worten von Peggy zu enden: zukünftig sollen wir auf diesem Platz uns gemeinsam ausruhen, unterhalten, uns küssen und friedlich miteinander leben.

Weitere Infos in der Presseinformation der GRÜNEN Bezirksfraktion. 

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