
03.04.25 –
Am 12. März 2025 ist Peggy Parnass im Alter von 97 Jahren in Hamburg gestorben. Sie hat als Holocaustüberlebende und Hamburgerin jahrzehntelang für die Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus gekämpft. Ihr Vater Simon Pudl Parnass (geboren 1879) und ihre Mutter Hertha Parnass (geborene Emanuel, 1906) wurden aufgrund ihrer jüdischen Herkunft 1942 im Vernichtungslager Treblinka von den Nationalsozialisten ermordet. Peggy und ihr vierjähriger Bruder Gady überlebten, da sie 1939 mit einem Kindertransport nach Stockholm gebracht worden waren. Der letzte gemeinsame Familienwohnort war in Eimsbüttel die Methfesselstraße 13. Ein Platz in unmittelbarer Nähe (Ecke Lappenbergsallee) wurde auf Antrag der Eimsbütteler GRÜNEN Fraktion im Herbst 2023 im Andenken an die Familie Parnass-Platz genannt. Dass dieser Platz mit großem Engagement der Nachbarschaft und des Bezirksamtes zum neuen Quartierstreffpunkt umgestaltet wird, hat sie untern anderem bei zwei Vor-Ort-Besuchen mit großer Freude wahrgenommen. So erhalten ihre Eltern einen würdigen Erinnerungsort im Herzen von Eimsbüttel.
Peggy kämpfte bis an ihr Lebensende als überzeugte und überzeugende Antifaschistin. Sie setzte sich in unterschiedlichen Rollen – als Kolumnistin und Schriftstellerin, als Schauspielerin in Film und Fernsehen und als Gerichtsreporterin und Aktivistin – im besten Sinne für eine Gesellschaft ein, in der alle unabhängig von Glauben, Herkunft oder sexueller Orientierung ihr Leben leben können. Dafür stand sie mit vielen Menschen der Stadt im herzlichen Kontakt und erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und die Fritz Bauer Medaille.
Bei der Speakers' Corner am 21. Mai erinnern Peter Zamory, ehemaliger Sprecher für Erinnerungskultur der GRÜNEN Bürgerschaftsfraktion Hamburg, und Sebastian Dorsch, Historiker und ehemaliges Mitglied der GRÜNEN Bezirksfraktion, im Gespräch mit den Eimsbüttler*innen an Peggy Parnass.
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