BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Eimsbüttel

Stadtteilgruppe Eidelstedt/Stellingen zu Besuch bei Hamburg Wohnen

06.07.23 –

"Von euch Grünen lässt sich hier nie jemand blicken!“ - Eine ziemlich erstaunliche Aussage eines Vorstandsmitglieds der Hamburg Wohnen, wenn man bedenkt, wie viele Schnittmengen es zwischen dem, was auf der Stellinger Linse verwirklicht ist, und der grünen Programmatik bestehen. Die Stadtteilgruppe Stellingen/Eidelstedt war jedenfalls vor Ort und wurde mehr als herzlich empfangen. Hier ein Bericht.

Mehr als 1.600 Wohnungen der Wohnungsbaugenossenschaft Hamburg Wohnen befinden sich auf der so genannten Stellinger Linse in Langenfelde. Seinen Namen verdankt das Gebiet seiner eigentümlichen Form, linsenförmig eingerahmt von den S-Bahn-Gleisen um den Bahnhof Langenfelde auf der einen und den Fernbahngleisen Richtung Norden auf der anderen Seite. Die Gebäude sind so angelegt, dass in der Mitte ein breiter Fußweg Platz findet, gesäumt von viel Grün und Parkbänken, auf denen Menschen sich begegnen können. Es gibt mehrere Kinderspielplätze und Räumlichkeiten, die vor allem von Ehrenamtlichen zum Beispiel für den Seniorentreff, die Line-Dance-Gruppe oder die Fahrradsprechstunde genutzt werden können. Nachbarschaftliches Miteinander wird hier groß geschrieben. Die Genossenschaft selbst bietet Ausflüge an sowie einen Bus-Shuttle zum Wochenmarkt in die Grundstraße.


Wenn Mitglieder mit ihren Mieten in Rückstand geraten, droht nicht der Rausschmiss, sondern es gibt einen Sonderhilfsfonds, der insbesondere in Corona-Lockdown-Zeiten rege in Anspruch genommen wurde. In der ebenfalls integrierten Sozialstation des Deutschen Roten Kreuzes werden in erster Linie demenzkranke Menschen betreut, die in kleinen Ein-Zimmer-Wohnungen ein Zuhause finden. Die Angehörigen können Wohnungen in demselben Gebäude bekommen.


Auch im Bereich der energetischen Sanierung war man in den letzten Jahren nicht untätig. Das größte Gebäude mit 18 Stockwerken bekam vor etwa 10 Jahren eine neue Fassade, jedes Jahr werden Millionen in neue Dämmung für Bestandswohnungen gesteckt, drei der geplanten sieben Solarthermie-Anlagen sind bereits auf den Dächern installiert und in Betrieb.


Die ersten Planungen für ein eigenes Biomethan-Blockheizkraftwerk auf dem Gelände der Linse begannen bereits 2019, lange bevor Deutschland in eine fossile Energiekrise rutschte. Damit der Lärm des zentralen 12-Zylinder-Motors nicht zur Belästigung wird, wurde fast der gesamte Bau unter die Erde verlegt. Und auch der haushoch emporragende Schornstein soll noch in der Farbe des dahinter stehenden Rotklinkerbaus angestrichen werden, damit die unmittelbaren Nachbarn sich davon nicht gestört fühlen. Wer es nicht weiß, würde an dem unauffälligen Bau glatt vorbeilaufen.


Der sechsmonatige Testbetrieb ist seit Anfang Juli abgeschlossen, seitdem werden mehr als 1.600 Wohneinheiten von diesem Blockheizkraftwerk mit Wärme versorgt. 70 % der Wärme soll damit aus eigener Kraft gestemmt werden, die restlichen 30 % werden durch Fernwärme abgedeckt. Die geplante CO2-Emission liegt bei 40 Gramm pro Kilowattstunde Wärme und damit deutlich unter einem Erdgas- oder einem Heizölkessel mit rund 240 bzw. 310 Gramm CO2 pro erzeugter Kilowattstunde Wärme.
 

Die FDP mag so etwas als realitätsferne Bullerbü-Fantasien abtun, in grünen Ohren klingt das, als hätte jemand unser Wahlprogramm genommen und einfach mal umgesetzt: Durchgangsverkehr – Fehlanzeige, Parkplätze abräumen für Wohnungsbau und mehr Grün – muss eben sein, bezahlbarer Wohnraum – durchschnittliche Nettokaltmieten von € 6,95. Natürlich lässt sich das alles auch recht einfach durchsetzen, wenn man alleiniger Eigentümer des Grunds und Bodens ist, um den es geht.


Satte zweieinhalb Stunden nahmen sich Frau Koth und Herr Selk vom Vorstand der Hamburg Wohnen Zeit, um uns ihre Vorstellung von modernem Bauen und Wohnen zu erläutern und unsere Fragen zu beantworten. Und gaben uns am Ende noch mit auf den Weg: Man würde es sehr begrüßen, wenn grüne Politiker mehr Interesse an den Wohnungsbaugesellschaften und deren Verbänden zeigen würden. Wir waren uns nach diesem Besuch einig: Hamburg würde mehr von diesem Bullerbü sehr gut tun!

Kategorie

2023 | Stellingen

Grüne Termine

Speakers' Corner: Erben neu denken – was ist fair?

Millionenerben zahlen oft weniger Steuern als Erbinnen kleiner Vermögen – ein Zustand, den wir für ungerecht halten. Am 21. Oktober 2026 laden der Grüne Kreisverband Eimsbüttel und die Grüne Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft Wirtschaft & Finanzen zur Speakers' Corner in die Kreisgeschäftsstelle ein, um über die Erbschaftsteuer zu sprechen. 

Mehr

KneipenGRÜN

Am 21. Oktober ist es wieder so weit: Wir treffen uns zum KneipenGRÜN. Kommt vorbei, setzt euch dazu und lasst uns bei einem Glas ins Gespräch kommen! Was ist [...]

Mehr

Speakers' Corner: Elbe, Alster, Leitungswasser: Wie sauber ist unser Wasser?

Wasserstadt Hamburg – Elbe, Fleete und frisches Leitungswasser prägen unser tägliches Leben und gelten als Selbstverständlichkeit. Doch unter der Oberfläche steht unser wichtigstes Lebensmittel unter massivem Druck. Ob drängendes Bagger-Chaos und Sauerstofflöcher in der Elbe oder ungeklärte Mischwasserüberläufe in Alster und Fleete nach Starkregen: Die Herausforderungen vor unserer Haustür sind gewaltig.

Mehr

Grüne Termine

Speakers' Corner: Erben neu denken – was ist fair?

Millionenerben zahlen oft weniger Steuern als Erbinnen kleiner Vermögen – ein Zustand, den wir für ungerecht halten. Am 21. Oktober 2026 laden der Grüne Kreisverband Eimsbüttel und die Grüne Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft Wirtschaft & Finanzen zur Speakers' Corner in die Kreisgeschäftsstelle ein, um über die Erbschaftsteuer zu sprechen. 

Mehr

KneipenGRÜN

Am 21. Oktober ist es wieder so weit: Wir treffen uns zum KneipenGRÜN. Kommt vorbei, setzt euch dazu und lasst uns bei einem Glas ins Gespräch kommen! Was ist [...]

Mehr

Speakers' Corner: Elbe, Alster, Leitungswasser: Wie sauber ist unser Wasser?

Wasserstadt Hamburg – Elbe, Fleete und frisches Leitungswasser prägen unser tägliches Leben und gelten als Selbstverständlichkeit. Doch unter der Oberfläche steht unser wichtigstes Lebensmittel unter massivem Druck. Ob drängendes Bagger-Chaos und Sauerstofflöcher in der Elbe oder ungeklärte Mischwasserüberläufe in Alster und Fleete nach Starkregen: Die Herausforderungen vor unserer Haustür sind gewaltig.

Mehr