AG Kieler Straße nimmt ihre Arbeit auf

02.03.22

Die Kieler Straße, eine der Magistralen Hamburgs, prägt die Stadtteile Eidelstedt und Stellingen in besonderer Weise. Um sich intensiver mit den speziellen Gegebenheiten und Herausforderungen dieser Straße zu befassen, hat die Stadtteilgruppe Stellingen-Eidelstedt eine Arbeitgruppe Kieler Straße gegründet. Hier der Bericht aus der ersten Sitzung.

Sie ist einerseits zentrale Verkehrsachse, und andererseits Lebensader und Ort für verschiedenste Einrichtungen, vielfältige Aktivitäten und Begegnungen. Zugleich hat sie aber als große, teils unüberwindliche Raumbarriere eine trennende Wirkung und bringt zahlreiche Belastungen für die Anwohnenden mit sich. Für den sogenannten Umweltverbund aus Fuß- und Radverkehr sowie den ÖPNV ist die Kieler Straße zwar ein wichtiger Transit- und Zielraum, sie bietet aber aufgrund der historisch gewachsenen und vielfach manifestierten Autoorientierung buchstäblich wenig Raum und Komfort für alle Verkehrsteilnehmenden außerhalb des privaten Pkw - vielmehr birgt sie für diese zahlreiche Gefahren.
Keine Frage also, dass sich auch die Stadtteilgruppe Stellingen-Eidelstedt der Kieler Straße mit besonderem Nachdruck widmet. Am 11. Januar bildete sie daher einmal mehr den Mittelpunkt einer Diskussionsrunde, die coronabedingt per Zoom zusammentraf.
Eingeladen hatte die Arbeitsgruppe Kieler Straße der Stadtteilgruppe, deren Mitglieder sich zuvor mit der räumlichen Situation entlang der Kieler Straße detaillierter beschäftigt hatten. Einige Ergebnisse stellten sie in einer einleitenden Präsentation vor. So z. B. die Analyse möglicher neuer Baumstandorte und die Identifizierung besonderer Konfliktstellen für Radfahrende - etwa im Tunnel an der Autobahnauffahrt Stellingen. Auch für den Fußverkehr, für den die Kieler Straße unter anderem am Sola-Bona-Park eine wichtige Wegebeziehung unterbricht, wurden Konfliktstellen identifiziert.
Im Anschluss erhielt die Bürgerschaftsabgeordnete Rosa Domm, Sprecherin für Klimapolitik und Mobilitätswende der Grünen Fraktion, die Gelegenheit, die Sichtweise der Landespolitik auf die Kieler Straße zu erörtern. Hintergrund war ein Bürgerschaftsantrag aus den Reihen der Koalition, der die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende um Maßnahmen zur Verbesserung der Situation für die Nahmobilität an der Kieler Straße ersucht.
Neben der langfristigen Perspektive eines Komplettumbaus des Straßenraums mit einer Neuverteilung der Fläche zugunsten des Umweltverbundes fordert der Antrag insbesondere die zeitnahe Einrichtung eines provisorischen Radfahrstreifens („Pop-up-Bikelane“) zur kurzfristigen Verbesserung der Situation für Radfahrende ebenso wie für Fußgänger:innen, die sich fortan die schmale Nebenfläche nicht mehr mit dem Radverkehr teilen müssten.
In der Diskussion wurde klar, dass nicht nur den Mitgliedern der Stadtteilgruppe, sondern auch der Grünen Bürgerschaftsfraktion der Antrag eigentlich nicht weit genug geht. So wurde etwa die Beschränkung auf den Abschnitt zwischen Autobahnauffahrt Stellingen und dem Eidelstedter Platz moniert, die die schwierige Situation im weiteren Verlauf Richtung Eimsbütteler Marktplatz nicht berücksichtigt, wo die dann sechsspurige Straße eine breite Schneise in den Stadtteil Stellingen schlägt. Auch wurde klar, dass der wünschenswerte Komplettumbau aufgrund anderer Prioritäten der Behörde nicht in den nächsten Jahren zu erwarten wäre. Ungelöst erschien auch das Dilemma, auf der begrenzten Fläche selbst bei Reduzierung des Raums für den Kfz-Verkehr noch genügend Platz für ausreichende Radverkehrsanlagen und eine Busspur zu finden, die ebenfalls für erforderlich angesehen wird.
Das Resümee des Abends war einhellig: Es ist und bleibt wichtig, sich auch für kleinteilige Veränderungen entlang der Kieler Straße einzusetzen, um schon heute Verbesserungen zu erwirken und nicht auf den großen Aufschlag zu warten. Dies sollte auch immer eine Beteiligung der Bevölkerung vor Ort einschließen. In diesem Sinne macht die Arbeitsgruppe mit großem Elan weiter!

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Eidelstedt Kreisverband Stellingen Verkehr